Den krönenden Abschluss der LiteraTour-Lesewoche 2025 bildete – nun bereits zum fünften Mal – ein Poetry-Slam-Contest, ein Wettbewerb für selbst verfasste Texte. Insgesamt zwölf junge Autorinnen und Autoren trauten sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Restaurants „Merlin“ auf die Bühne und präsentierten ihre Texte, die in verschiedenen Workshops an insgesamt sechs Schulen entstanden waren. Neben vier Schüler*innen des Max-Born-Gymnasiums waren auch das Gymnasium in der Taus sowie das Berufsschulzentrum vertreten.
Durch den Abend führte der Poetry Slammer Nikita Goburnov, der auch den Workshop am MBG geleitet hatte. Als besonderen Gast brachte er die U20-Champion Leia Weiss mit, die mit ihrer ausdrucksstarken Rede an Alice Weidel nicht nur ein politisches Statement setzte, sondern zugleich die Messlatte beeindruckend hoch legte.
Die Jury, bestehend aus fünf zufällig aus dem Publikum ausgewählten Freiwilligen, würdigte jeden Beitrag der Newcomer mit viel Anerkennung. Die Bewertungen reichten von 18 Punkten bis zur Höchstpunktzahl von 30 Punkten – und diese „Traumnote“ wurde am Ende sogar zweimal vergeben. Die glücklichen Gewinnerinnen waren Lina vom GiT mit einem nachdenklichen Text über das Erwachsenwerden (und das Bewerten!) sowie Simone von der Anna-Haag-Schule mit einem schockierend-kritischen Text über Femizid.
Doch auch „unsere“ Schülerinnen und Schüler schlugen sich wacker. Sie bewiesen nicht nur Mut, ihre teils sehr persönlichen Texte vor Publikum zu präsentieren, sondern auch beeindruckendes sprachliches Talent im Umgang mit Worten, Reimen und Metaphern.
Als Zweiter trat Lennard Dunst (J1) auf die Bühne, der sich in einem politischen Text mit Friedrich Merz und ihren unterschiedlichen Vorstellungen von einem „Stadtbild“ auseinandersetzte. Ebenfalls in der ersten Runde war Elena Knapp (J1), die ein launiges Gedicht vortrug, in dem sie ihre „Mitbewohnerin“ ansprach, die zwar Chaos in ihr Leben und die gemeinsame Wohnung bringt, der sie aber einfach nicht böse sein kann – denn es handelt sich um ihre Katze.
Ceylin Sancak (Klasse 8) setzte noch einen drauf und erreichte mit einer tragikomischen Rede an und über ihren „Echomenschen“ 25 von 30 Punkten. Gekonnt spielte sie mit Wiederholungen, rhetorischen Fragen, Bildern und Antithesen und beeindruckte mit einer für ihr Alter erstaunlich tiefgründigen Betrachtung über eine Beziehung.
In der Pause sorgte die Streetdance-Gruppe der Dance Intense Factory mit einer Tanzeinlage für Stimmung und animierte sogar das Publikum zum Mitmachen. In der zweiten Runde durfte schließlich noch Marie Mathes-Schwarz (Klasse 8) auf die Bühne. Sie bezauberte mit einem sehr originellen und persönlichen Text über Kuchen, der – als Metapher für Lieblingsmenschen verwendet – überraschend viel psychologischen Tiefgang offenbarte. What the back!
Mit 27 Jurypunkten lag sie damit nur knapp hinter dem Führungsduo. Doch gewonnen haben an diesem Abend natürlich alle: jene, die ihre ersten Schritte auf die literarische Bühne gewagt haben, ebenso wie das Publikum, das durch zahlreiche unterschiedliche Beiträge bestens unterhalten wurde.
















