Feststimmung lag in der Luft, als am Freitag die 71 Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2026 in Abendkleidern und sommerlichen Anzügen, begleitet von stolzen Eltern, Geschwistern und ihren Lehrerinnen und Lehrern in der Stadthalle zur Zeugnisverleihung zusammenkamen.
Nach einem Musikstück von Crow, gesungen und gespielt von der kleinen „Abiband“ aus Mitgliedern des Abiturjahrgangs unter Leitung von Musiklehrer Roger Gehrig, begrüßte die Schulleiterin Sonja Conrad zunächst die anwesenden Ehrengäste Dezernentin Regine Wüllenweber als Vertreterin der Stadt Backnang, die Elternbeiratsvorsitzende Bianca Bühler und David Whitehead vom Förderverein des MBG und bedankte sich für deren vielfältige Unterstützung der Schule im Namen der ganzen Schulgemeinschaft.
Dann gratulierte sie den Abiturientinnen und Abiturienten zum höchsten Schulabschluss der Bundesrepublik Deutschland und leitete auf deren Mottospruch: „Abbi – The winner takes it all“ (in Anlehnung an den Hit der schwedischen Popgruppe ABBA) über. Sie verwies darauf, dass im Lied Erfolg wie ein Nullsummen- oder Glücksspiel wirke - die Schulzeit sei es jedoch nicht. Gewinnen hieße hier nicht, andere zu übertrumpfen, sondern sich selbst: Trägheit überwinden, schwierige Aufgaben meistern, Zweifel aushalten, eine eigene Haltung entwickeln. Der wahre Gewinn sei die persönliche Reife – kritisch denken, empathisch zuhören, eine begründete Meinung bilden.
Auch die Zahlen zeigen die Stärke des diesjährigen Jahrgangs: 26-mal eine 1 vor dem Komma, über zwei Drittel mit „2 vor dem Komma“, Gesamtdurchschnitt 2,1 (vermutlich wieder über dem Landesdurchschnitt) – Ergebnis harter Arbeit trotz Digitalisierung, KI, Pandemie-Folgen und globaler Unsicherheiten. Zugleich hätten die Schülerinnen und Schüler die Schule aktiv mitgestaltet: als Musikerinnen und Musiker, Botschafterinnen, Sport-, Zirkus- und Theateraktive oder SMV-Engagierte.
Sonja Conrad verwies darauf, dass Reife aber auch Verantwortung bedeute. Freiheit, Demokratie und Frieden seien keine Selbstverständlichkeiten. Das Abitur befähige die jungen Leute, fundierte Entscheidungen zu treffen – ob im sozialen Dienst, in Wissenschaft, Wirtschaft oder öffentlichem Dienst. Sie sollten wachsam gegen Vereinfachungen, laut gegen Intoleranz, leise im Zuhören und mutig im Handeln sein, ihre Allgemeinbildung sei dabei ihr wichtigstes Schutzschild, gab sie ihnen mit auf den Weg.
Dann wandte sie sich an die Eltern - heute sei auch Ihr Tag. Sie waren Coaches, Chauffeure, Tröster, Fans. Jetzt heiße es: Loslassen und stolz sein. Die Liebe und Unterstützung der Eltern ist unbezahlbar und Eltern blieben sie ja schließlich ein Leben lang – wenn auch jetzt mit mehr Freizeit.
Der Dank der Schulleiterin galt aber auch dem Kollegium des MBG: für Geduld, Professionalität und den Blick für den Menschen hinter der Schülernummer. Ein besonderer Dank ging an Herrn Schindele, den Oberstufenberater, der stets ein Fels in der Brandung von Kurswahlen, Plänen und Fristen für die Schüler und die Schulleitung ist.
Zum Abschluss wandte sie sich noch einmal den Absolventinnen und Absolventen zu und griff das Motto nochmals auf: Außerhalb der Schule werde nicht immer die Wunschmelodie gespielt. Es gebe auch Dissonanzen. Aber: Bildung bleibt – sie gibt Halt und befähigt zu Zivilcourage. Die Schulleiterin riet: „Fragen Sie nicht nur ‚Was bringt mir das?‘, sondern auch ‚Was kann ich beitragen?‘. Nutzen Sie Ihre Stimme in unserer Demokratie, bleiben Sie mutig, anpassungsfähig und optimistisch“
Anschließend wünschte sie ihnen Gesundheit, Gelassenheit in „Mamma-Mia“-Momenten, gern auch etwas „Money, Money“ – vor allem aber: „I Have a Dream“. Die Abiturientinnen und Abiturienten sollten ihre Träume verfolgen und nicht aufgeben. Sie seien die „Winner“!

















