Es war einmal eine Welt, in der die Märchen noch von „echten“ Müttern, Vätern und Großeltern vorgelesen wurden… Doch diese Welt ist in Gefahr, seit immer mehr technische Geräte Einzug in die Kinderzimmer halten! Was viele nicht wissen: Dahinter steckt die böse Hexe Raffzahn und die dunklen Hintermänner eines geheimnisvollen Konzerns…
Dieses sehr aktuelle Thema brachte die Theater-AG des Max-Born-Gymnasiums unter Leitung von Eike Röper, Manja Heim und der Theatermentorin Jannika Heim (J1) dieses Jahr an zwei superheißen Abenden mit ihrer Spieltruppe von fast 30 Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-9 auf die Bühne des Musiksaals. Das Stück wurde geschrieben von Marie Schwarz. Unterstützt wurde die Darbietung wie immer von der Technik-AG unter Leitung von David Stroh-Prieto und Hannes Foßeler.
Zahlreiche bekannte Märchenfiguren bevölkern immer wieder die Bühne und müssen sich in mehreren „Betriebsversammlungen“ von der bösen Hexe Raffzahn (hervorragend gespielt von Elena Ivanova und Malina Jenny) und ihren Helferinnen erklären lassen, dass dringend personelle Einsparungen vorzunehmen seien, da doch heutzutage niemand mehr Märchen lese und die Verkaufszahlen in den Keller gehen würden. Während einige der Märchenfiguren sofort daraus Profit schlagen möchten, wie z.B. Schneewittchens Stiefmutter (Letizia Kiofiountsoglou), die die Geschichte kurzerhand umschreiben und das gute Schneewittchen (entzückend verkörpert von Emma Röck und Juna Dienel) in ein böses verwandeln möchte, oder der Wolf Malus (die sehr talentierte Larissa Huhse), der am liebsten alle Figuren gleich selbst spielen würde – was er eindrucksvoll am Märchen Rotkäppchen demonstriert – kommen andere auf weitere kreative Ideen, in ihrem Bestreben, ihren drohenden Ruin abzuwenden. Die Geißenmutter Tessa beispielsweise lernt extra Jugendsprache, damit sie bei den „Kids“ besser ankommt und verstanden wird. Es werden auch keine Geißlein mehr gefressen, sondern sie bekommen einen Versicherungsvertrag, für den sie ein Leben lang arbeiten müssen. Wieder andere Märchen werde durch Werbespots für „Prinzenrolle“ („Prinzen kommen weiter“) oder „Zalando“ („Schrei vor Glück oder schick’s zurück!“) unterbrochen – was den bösen Stiefschwestern von Aschenputtel ganz neue Optionen für den zu kleinen Schuh eröffnet… Oder Aschenputtel (sehr niedlich dargestellt von Helena Grübnau und, eher selbstbewusst, Ryza Davila) saugt mit einem bekannten Markenstaubsauger die Linsen auf, während alle Figuren plötzlich Werbekäppis tragen müssen.
Doch der erhoffte „Turnaround“ stellt sich trotzdem nicht ein, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Hexe Raffzahn und der Konzern in ihrem Hintergrund ganz anderes im Sinne haben: Sie möchten die Märchenfiguren durch ein technisches Gerät in den Kinderzimmern ersetzen, das nicht nur Märchen vorlesen, sondern auch alles aufzeichnen kann, was dort gesprochen wird - damit wüsste der Konzern stets, was die Menschen denken und tun. Nur eines kann Hexa – so heißt das wundersame Spielzeug – nicht, es kann die Kinder nicht in den Bann der Märchen ziehen, denn dafür fehlt ihm die Seele. Zufällig bekommt Rumpelstilzchen (Sofiia Katashova und Aleyna Soykan) von den bösen Machenschaften mit und rettet schließlich die Märchenwelt, indem es die Pläne des Konzerns aufdeckt und die Märchenfiguren an ihre eigentliche Aufgabe erinnert: Durch Vorlesen sich Zeit füreinander zu nehmen und die Phantasie lebendig zu erhalten!
Die durchchoreographierten Bühnenensembles, verbunden mit passend ausgewählten Musikstücken, liebevoll zusammengestellten Kostümen und märchenhaften Hintergründen ergaben ein unterhaltsames Theaterstück mit ernstem Hintergrund, an dem vom Kindergartenkind bis zu den Großeltern alle ihre Freude hatten und bei dem auch viel gelacht werden konnte. Beispielsweise bei den Auftritten des smarten Max Mustermann (Paul Weidmann), den verpeilten Zwergen und Geißlein oder den ewig zankenden Feen des Dornröschen (Lara Erdödi, Klara Scheibach und Annabelle Schoblacher als Dornröschen).
Die Schulleiterin Sonja Conrad zeigte sich sehr beeindruckt von den Leistungen der Schülerinnen und Schüler und bedankte sich bei allen Mitwirkenden am Freitagabend mit Blumen und einem gesponserten Pizzaessen.
























